Heimlich Kleidung borgen

Was tun, wenn die Tochter heimlich Klamotten bei der Mutter borgt?

Montagmorgen, die Zeit drängt, schließlich wartet der Job nicht und die Woche beginnt bereits mit Stress: Wo ist nur das blaue Top, dass so prima zum Blazer passt? Schnell wird
Mädchen probiert Mamas Kleidung an
In einem gewissen Alter ist es ja noch niedlich, wenn die
Tochter Mamas Kleidung anprobiert... - Foto: © Val Thoermer
die Mutter fündig. Unter einem Berg Schmutzwäsche im Zimmer ihrer Tochter harrt das gute Stück seiner Dinge. Und anstatt mit einem perfekten Outfit im Business zu glänzen, sitzt die Mutter später mit leichtem Groll im Meeting, weil ihre Tochter schon wieder heimlich Kleidung aus ihrem Schrank genommen hat.

So ergeht es vielen Müttern mit Töchtern im Teenager-Alter. Ganz selbstverständlich bedienen sich die Teenies im Kleidungssortiment der Mutter, wohlwissend, dass diese wahrscheinlich nicht damit einverstanden sein würde. Früher oder später kommt dann das heimliche borgen doch ans Tageslicht. Spätestens wenn die Jeans oder der Rock in der Wäsche landet, die Mutter es benutzt aus der Kommode zieht oder sich Flecken darauf wiederfinden, weiß eine Mutter genau Bescheid. Natürlich ist der Ärger groß über das Ausleihen ihrer privaten Dinge ohne ihr Wissen.

Zur Rede gestellt empfinden viele Teenager interessanter Weise keinerlei Schuld. Dieses fehlende Unrechtsbewusstsein erklären sie mit Phrasen, wie "du hättest es doch eh an dem Tag nicht angezogen" oder "das steht mir viel besser als dir". Die Erkenntnis, eine Grenze überschritten zu haben, bleibt leider nur viel zu oft außen vor.

Warum tun Teenager das?
Teenager definieren sich über ihre Kleidung. Der Druck, gut auszusehen, ist groß. Die Akzeptanz ganzer gesellschaftlicher Gruppen hängt davon ab. Je nach sozialem Umfeld der
Teenies gewinnt das Aussehen und vor allem die Kleidung immer mehr an Bedeutung. Hinzu kommt, dass Teenager-Mädchen im kritischen Alter natürlich älter aussehen möchten. Da kommt die Mode der erwachsenen Mutter nur recht, sofern sie denn einen ähnlichen Stil trägt oder zumindest neutrale Teile ihr Eigen nennt. Dennoch sollte ein Mädchen nicht jedes Kleidungsstück der Mutter borgen dürfen, denn manche Teile sind vielleicht nicht dem Alter der Tochter angemessen.

Was tun?
Nichts desto trotz bleibt der Fakt, dass auch eine Mutter eine Privatsphäre besitzt und diese auch respektiert wissen möchte. Dieses sollte zu einer unumstößlichen Regel im Familienverbund werden und muss auch einem Teenager-Mädchen unmissverständlich erklärt werden. Andersherum begrüßt es sicher keine 16-Jährige, wenn ihre Mutter ungefragt in ihr Zimmer kommt und sich an ihren Sachen bedient. Das muss natürlich nicht bedeuten, dass eine Mutter nicht gern ein Lieblingsstück mit ihrer Tochter teilt, denn es schmeichelt natürlich auch, wenn die eigenen Tochter gerade in der kritische Zeit seines Teenager-Daseins auf die Ressourcen und den Geschmack der Mutter zurückgreift. Doch es sollte niemals ungefragt geschehen. Gestattet eine Mutter das Ausleihen eines Kleidungsstücks, sollte es sorgsam behandelt werden und den Weg wieder zurück in Mamas Schrank finden. Eine Bluse darf durchaus von der Tochter gewaschen und gebügelt werden müssen, bevor sie zurückgegeben wird. Weiterhin sollte gleiches Recht für alle gelten: es ist nur schwer nachvollziehbar, dass sich der Bruder ungefragt Kleidung bei seinem Vater borgen darf, aber die Tochter nicht bei der Mutter.

Oft ist der Kleiderschrank der Mädchen bis zum Bersten gefüllt, und dennoch hören Mütter immer wieder dieselben genervten Worte ihrer Töchter: ich hab' nichts zum anziehen. Ganz ehrlich sollte sich auch eine Mutter eingestehen, dass sie selbst oft vor ihrem Schrank steht und sicher diese Worte schon mehr als einmal auf den Lippen hatte. Teenager entwickeln sich rasend schnell. In der Pubertät finden sie ihren Stil, probieren viel aus und sind ständig auf der Suche nach "dem" Outfit. Natürlich heißt das nicht, dass das eine Teenager-Mädchen wöchentlich neue Kleidung braucht, doch ein Einkaufen außer der Reihe kann selbst in einem Second-Hand Shop für Mutter und Tochter Balsam für die Seele sein.

Geschenkgutscheine zum Geburtstag und zu Weihnachten, mit denen die Tochter nach Belieben und Geschmack Kleidung einkaufen kann, halten die Stimmung hoch. Schlussendlich muss auch - oder gerade - ein junger Mensch lernen, dass man nicht alles bekommt was man gern haben möchte und dass es in vielen Familien enge Budgets gibt, mit denen kalkuliert wird - und zwar für Mütter und Töchter. Dieses Kleidergeld zum Teil der Tochter zu überlassen, damit sie den Umgang mit Geld lernt und erkennt, dass man wirtschaften muss und nicht unbegrenzt über Kleidung verfügen kann, ist eine Möglichkeit dem heimlichen Ausleihen ein Ende zu setzen. Geben es die schulischen Leistungen der Tochter her, kann sie sich auch nebenher etwas Geld selbst verdienen, um sich das eine oder andere Kleidungsstück zu leisten, auf das es sonst hätte verzichten müssen. Der Wert der Kleidung wird auf diese Weise eher geschätzt und Eigentum respektiert. So landet das Top, die Bluse oder die Jacke der Mutter nicht in einer Ecke des Teenie-Zimmers, sondern ordentlich wieder im Schrank, in den es auch gehört.
Text: C. D.

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