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Foto: © Alexander Yakovlev
Anfangs belächelt, heute nicht mehr aus den Charts wegzudenken. Die Rede ist von Black Hip-Hop. Der Sound der dunkelhäutigen Amerikaner kommt an bei den Teenagern, die die angestrebte Zielgruppe darstellen.

Der Ursprung des Hip-Hop geht auf die harten Zeiten in der Bronx von New York zurück und war zunächst stark mit der Graffiti-Szene verbunden. Das Reimen war Ausdruck der persönlichen Situation und die war bekanntermaßen für die Schwarzen in Amerika nicht immer rosig.

Genau genommen verkörpert die schwarze Bevölkerung Amerikas die ärmeren Schichten der Gesellschaft. Aus diesem Grund musste man sich in irgendeiner Form Gehör verschaffen. Mit Rap und Hip-Hop wurde ein Weg erschlossen, mit dem man auf musikalischer Ebene die sozialen Probleme ansprechen konnte.

Gerade in den achtziger Jahren sah man viele Gruppierungen, die sich auf der Straße trafen, um sich mit ihren Texten gegenseitig herauszufordern. Dabei entstanden dann auch gleichzeitig der Breakdance und das Beatboxing, welches hierzulande allmählich populärer wird.

Die Hip-Hop-Welle schwappte in weite Teile Europas. Speziell in Frankreich ist Hip-Hop sehr
beliebt. Aber auch hier gehen die Verkaufszahlen der Rapper weiter in neue Höhen.

Mittlerweile hat sich das Bild jedoch stark gewandelt, wenn nicht gar vollkommen umgekehrt. Anscheinend möchte keiner mehr hören, wie es um die sozial schwach gestellten in Amerika bestellt ist.

Stattdessen sind Musiker wie z.B. Puff Daddy, 50 Cent, Outkast, Missy Elliot und viele weitere nur noch in den teuersten Autos unterwegs, wohnen in den größten Villen Kaliforniens und haben manchmal sogar mehr als bloß eine Yacht.

Das Bild hat sich vom Ghetto-Style in eine noble und goldverzierte Fassade gewandelt. Goldketten und Diamanten wohin das Auge blickt. Vorbei die Zeiten in denen man sich selbst bemitleidete.

Auch der Inhalt der Texte hat sich gewandelt. Die Musikliebhaber wollen angeblich mit jedem Lied ein Stück Lebensqualität erfahren und hauptsächlich gute Laune vermittelt bekommen. Dementsprechend tauchen viele aufreizende Tänzerinnen in den Videos auf und die Lieder sind insgesamt melodischer geworden.

Das Image des bösen Jungen in Jeansjacke muss dennoch gewahrt werden. Speziell in den USA kommt dies besonders gut an. Da meint man doch glatt, je länger das Vorstrafenregister ist, desto glaubwürdiger kommen die „Bad Boys“ rüber.

Hinzu kommt, dass die Künstler sich gleichzeitig in ihren Liedern gegenseitig mies machen, also „dissen“ und auf der Straße abzuschießen versuchen. Bei bekannten Größen wie Tupac oder Notorious BIG führten solche Reibereien bereits zu tragischen Todesfällen.

Dieser Vorbildcharakter ist demnach äußerst fragwürdig, doch die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache. So wird man sich wohl an fette Beats gewöhnen müssen.


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