Foto: © Dmitry Bairachnyi
Die Seidenraupe produziert ihren Faden, der schon seit Menschengedenken zu einem feinen und wertvollen Stoff verarbeitet wird. Damit die fertige Seide ihren Glanz erhält, der ihre Besonderheit ausmacht, muss allerdings erst der so genannte Seidenleim entfernt werden. Die Seidenraupe vermischt den leimartigen Stoff zusammen mit der eigentlichen Fasersubstanz, um den Faden produzieren zu können. Wird diese Aufbereitung nicht durchgeführt, bleibt der gewonnene Stoff glanzlos und grobfaserig. Nach diesem Prozess der Trennung und nach dem Weben entsteht ein Material, das weich, geschmeidig, schimmernd und leicht ist. Er zeichnet sich durch einen hohen Tragekomfort aus, weil die Textilien am Körper kaum zu spüren sind.
Dessous aus Seide sind sehr begehrt, denn sie sehen nicht nur schön aus, sondern sie verfügen über all die besonderen Voraussetzungen, die ein Stoff haben muss, um direkt auf der Haut getragen werden zu können. Dennoch sollte man Kleidung aus Seide mit Umsicht behandeln. Deodorants oder Parfum können Flecken hinterlassen, die zu bleibenden Verfärbungen führen. Seide eignet sich daher besser als Stoff für edle Oberbekleidung. Elegante Blusen, leichte Kleider oder andere
Damenbekleidung aus Seide erkennt man an ihrem typischen Glanz, allerdings auch an ihrem Preis.
Wenn man dennoch kritisch ist und sicher sein will, dass man echte Seide kauft, muss man nicht gleich die Brennprobe machen. Es reicht, wenn man den Seidenschrei erprobt. So nennt man das Geräusch, welches beim Reiben des Stoffes zwischen zwei Fingern entsteht. Dieses typische Knistern kann aber auch entstehen, wenn der Stoff chemisch behandelt wurde. Der Farbtest ist ebenfalls eine relativ sichere Methode, echte Seide von einem synthetischen Imitat zu unterscheiden. Bringt man auf den Stoff ein wenig Farbe auf und wäscht sie gleich wieder aus, ist der Synthetikstoff sauber, die Seide behält den Fleck. Unschädlicher für den Stoff ist allerdings der kundige Blick eines Textilfachmanns, denn der Fall des Stoffes beim Schneidern ist nicht zu imitieren.