Der Büstenhalter, oft auch nur kurz BH genannt, gehört heutzutage zum Outfit fast jeder Frau.
Bügel BHs stützen die Brust
Foto: © meerisusi
Dabei handelt es sich um ein Wäschestück, das die weibliche Brust zum einen stützen und zum anderen formen soll.
Form und Aufbau
In der heutigen Zeit besteht der moderne Büstenhalter aus zwei geformten und miteinander verbundenen Körbchen, die die Brüste stützen sollen, zwei über die Schultern verlaufende Träger, die der vertikalen Stabilisierung dienen und einem zumeist am Rücken verschließbaren Band, welches für die horizontale und eigentliche Stabilisierung verantwortlich ist.
Die Schulterträger und auch das Rückenteil lassen sich je nach Umfang individuell einstellen. Beim Rückenverschluss stehen zumeist zwei bzw. drei Ösen zur Verfügung, während bei den Schulterträgern die Länge der Träger eingestellt werden kann. Passen unter das Rückenband noch zwei Finger, so sitzt der BH perfekt. Einschneiden in die Haut sollten die Schulterträger bzw. das Rückenband jedoch niemals.
Geschichte des BH
Während die Frauen im alten Sparta noch ihre Brüste abbinden sollten, um männlicher zu wirken, trugen sie in der Antike und im Mittelalter Binden aus Leinen, die auch schon als Stütze dienten. Der erste moderne Büstenhalter wurde erst im Jahr 1889 von der Französin Herminie Cadolle entwickelt und auch patentiert. Zwar meldeten noch weitere Erfinder wie beispielsweise Hugo Schindler ("Brusthalter" 1891), Christine Hardt ("Frauenleibchen als Brustträger" 1895) und Wilhelm Meyer-Ilschen
("Bruststütze ohne Unterteil" 1904) ihre Wäschestücke an, doch offiziell gilt die Amerikanerin Mary Phelps-Jacob als eigentliche Erfinderin des BHs. Phelps-Jacob entwickelte etwa gleichzeitig mit Schindler ihren Ersatz für das Mieder, ehe sie es 1914 patentieren ließ und kurze Zeit später an die Firma Warner Brothers Corset Company verkaufte. Den endgültigen Durchbruch verzeichnete der Büstenhalter ab seiner industriellen Fertigung.
Welche BH-Formen gibt es?
Je nach Situation und Verwendungszweck lässt sich zwischen verschiedenen BH-Formen unterscheiden. Hierbei handelt es sich um allgemeine BH-Formen (z.B. Bügel-BH, Ballkleid-BH, Nur-Cup-BH bzw. Stick-On-BH), modellierende BHs (z.B. Push-up-BH, Minimizer-BH), BHs zu Sportzwecken (z.B. Sport-BH, Bikini), Medizinische BHs (z.B. Arthritis-BH, Still-BH, Kompressions-BH, Epithesen-BH) und sonstige Wäsche mit BH-Funktion (z.B. Bustier, Korsett, Bodysuit, Corsage).
Material und Pflege
Heutzutage erhältliche Büstenhalter bestehen zumeist aus einem Mix aus zwei der drei im Folgenden genannten Materialien Baumwolle, Polyamid und Elasthan, aber auch die Stoffe Polyester, Polyurethan, Viscose sind häufig beinhaltet. Wer seine BHs in der Waschmaschine wäscht, sollte dies mittels kleiner textiler Wäschesäckchen tun, da so
Es gibt viele BH Formen - Foto: © Berchtesgaden
verhindert werden kann, dass sich infolge der Reibung die Plastikteile aus Bügel-BHs lösen und zu erheblichen Schäden in der Waschmaschine führen können. Aufwendig verzierte Spitzen-BHs sollten hingegen stets mit der Hand oder im Wollprogramm gewaschen werden, da diese sehr empfindlich sind und schnell kaputt gehen.
Schon gewußt?
Die Amerikanerin Norma Stitz ist die Rekordhalterin hinsichtlich der weltweit größten, nicht chirurgisch modifizierten Oberweite und erntete dafür sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Ihr BH hat die amerikanische Größe 56 WW, was der fiktiven internationalen Größe 140 Z entspricht. Im Allgemeinen bedeutet dies eine Unterbrustweite von 142 Zentimetern und einen Brustumfang von 203 Zentimetern.
Auch wenn der BH eigentlich fast jedem Menschen ein Begriff ist, wird er weltweit von nur fast 30 Prozent der Frauen getragen.
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